Auftaktschulung in Offenau

Auftaktschulung 16.05.2022

Informationen zum Thema finden Sie unter:

Niedestotzingen soll blühen: Planung für „Natur nah dran 2.0“-Projektflächen startet nach Besichtigung und Schulung in Offenau

Niederstotzingen – Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: Am Mittwoch, 18. Mai 2022 nahmen rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der für 2022 ausgewählten „Natur nah dran 2.0“-Kommunen an einer Schulung im Rahmen des NABU Projektes in Offenau teil. Mit dabei waren auch vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bauverwaltung und des Bauhofs aus Niederstotzingen. Die Teilnehmenden erhielten viele Anregungen und Tipps, wie sie im Siedlungsraum artenreiche Lebensräume für Wildbienen, Distelfinken und Schwalbenschwänze schaffen. Sie besuchten bereits naturnah umgestaltete Wildstaudenflächen und Wildblumenwiesen, die die Gemeinde Offenau 2018 im Rahmen des Projektes „Natur nah dran“ angelegt hatte.

Schon am 16.05.2022 begann die konkrete Planung für Niederstotzingen mit einer Begehung vor Ort. Dazu kamen Naturgartenplaner Dr. Reinhard Witt und Katrin Kaltofen zu Besuch. Gemeinsam mit Herrn Bürgermeister Bremer und Herrn Stadtbaumeister Keller erkundeten sie, wie sich auch Grünflächen in Niederstotzingen naturnah umgestalten lassen.

Besuch von Fachleuten: So entstehen bald kleine Biotope mitten in Niederstotzingen.

Begehung 16.05.2022 Begehung 16.05.2022

Dabei nahmen sie Flächen in Augenschein, die hier im Laufe des Projekts in kleine Biotope umgewandelt werden sollen. Die Fachleute begutachteten dabei die jeweiligen Standorte und gaben erste Empfehlungen für die passenden Maßnahmen. Bei besonders nährstoffreichen Flächen empfiehlt es sich zum Beispiel, den gesamten Boden auszutauschen. Erst im Anschluss werden heimische Wildstauden gepflanzt oder Wildblumen eingesät. Diese brauchen nämlich besonders mageren Boden, um wachsen zu können. An anderen Stellen reicht es hingegen aus, zunächst nur einen Teil einer Rasenfläche aufzufräsen und nach weiterer Bearbeitung mit neuem Saatgut zu bestücken. Von hier aus können sich Wildblumen in den Folgejahren weiter ausbreiten

Die Begehung der Flächen bildet gemeinsam mit der Schulung die Grundlage für den nächsten Schritt: die Detailplanung für die ausgewählten Flächen. Anschließend geht es dann an die Umsetzung. „Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld“, betonte NABU-Projektleiter Martin Klatt. Das bestätigten die Erfahrungen aus Kommunen wie Offenau, die bereits länger ihre Flächen umgestalten, so Klatt weiter: „Dabei kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz. Auf manchen Flächen funktioniert das oft auf Anhieb gut, andere brauchen vielleicht etwas länger. Deshalb ist es wichtig, die Bevölkerung von Anfang an mit einzubeziehen, etwa über Artikel im Amtsblatt oder Führungen.“

Wildpflanzenflächen sind gut für Insekten und sparen langfristig Arbeit

Warum sich das für die Natur und die teilnehmenden Kommunen lohnt, erläuterte Martin Klatt in der Schulung: „Auf den Projektflächen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickeln werden. Für die Insekten zählt jeder Quadratmeter. Bei der Anlage naturnaher Flächen gibt es einiges zu beachten. Zwar sehen beispielsweise einjährige Blühmischungen im ersten Jahr toll aus, müssen aber jährlich neu eingesät werden und verursachen daher in der folgenden Zeit mehr Arbeit. Deshalb setzen wir bei ‚Natur nah dran‘ auf mehrjährige Pflanzengemeinschaften, die zum jeweiligen Standort passen und die Flächen für viele Jahre zu wertvollen Biotopen machen.“

Teilnehmende Kommunen

An der Schulung nahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünflächenämter, Stadtgärtnereien und Bauhöfe der für 2022 für „Natur nah dran 2.0“ ausgewählten Kommunen teil. Das sind: Fichtenberg, Freiamt im Schwarzwald, Gammertingen, Hohentengen, Malsch, Niederstotzingen, Obersulm, Östringen, Riedlingen-Daugendorf, Riegel am Kaiserstuhl, Sinzheim, Steinheim am Albuch, Stockach, Ubstadt-Weiher, Wiesenbach.

Auftakt in Offenau Mai 2022

Hintergrund

Das NABU-Projekt „Natur nah dran 2.0“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Von 2022 bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. In der ersten Projektstaffel wandelten von 2016 bis 2021 bereits 61 Kommunen über 230.000 Quadratmeter naturnah um.