Stadtnachricht

Niederstotzingen für Förderprojekt „Natur nah dran“ ausgewählt – bald blüht es für Wildbienen und Schmetterlinge


Mit Blick auf den bedrohlichen Rückgang unserer Wildbienen, Schmetterlinge und Vogelarten, wollen wir unseren Kindern eine Stadt Niederstotzingen hinterlassen, bei denen es auch noch in 20 Jahren heißt „Niederstotzingen – da ist Leben drin“.

Wir spüren und sehen die Veränderungen, die sich aus veränderten klimatischen Bedingungen, einem gesteigerten Konsumverhalten und einer immer dichteren Bebauung ergeben. Wir stellen auch in unserer Stadt Niederstotzingen fest, dass die Anzahl an Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Arten sinkt. Dagegen wollen wir ankämpfen und uns für den Erhalt unserer Kultur- und Naturlandschaft einsetzen. Ohne unsere heimischen Insekten und die biologische Vielfalt werden wir ein gutes Stück Heimat verlieren. Daher möchten wir auf öffentlichen Flächen einen echten Beitrag zum örtlichen Natur- und Umweltschutz leisten, indem wir auf kommunalen Grünflächen Lebensräume entstehen lassen.

Unter dem Projektbezeichnung „STOTZENBLÜHEN“ wollen wir anpacken und mehr lebendige Natur in die Siedlungskerne unserer Stadt hineintragen. Im ersten Schritt hat sich die Stadt Nieder- stotzingen beim Förderprojekt „Natur nah dran“ beworben und konnte sich einen der begehrten Plätze für 2022 sichern. Die Stadt wird nun, zusammen mit dem NABU und gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM), einen Teil ihrer Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen verwandeln. „Die Stadt Niederstotzingen hat ein überzeugendes Konzept und auch schon konkrete Vorschläge zur Umgestaltung eingereicht“, berichtet Projektleiter Martin Klatt vom NABU Baden-Württemberg. „Wir gratulieren und freuen uns darauf, die Vorschläge gemeinsam umzusetzen.“

Insekten wie die Rainfarn-Maskenbiene, die Wildbiene des Jahres 2022, oder der Schachbrettfalter benötigen dringend neuen Lebensraum. Der fortschreitende Rückgang ihrer Bestände rückt immer mehr in den Blick von Öffentlichkeit und Kommunen. Das zeigt auch das große Interesse an „Natur nah dran“. Schließlich bietet der Siedlungsbereich ein erhebliches Potential: In allen Städten und Gemeinden gibt es Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Brachflächen, die mit den passenden Wildpflanzen zu blühenden Biotopen werden können. Die im Rahmen des Projekts umgestalteten Flächen sollen auch als positives Beispiel dienen und zur Nachahmung anregen.

Praxisnahe Schulungen als Schlüssel zum Erfolg

Die teilnehmenden Städte und Gemeinden erhalten eine Förderung in Höhe von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben (maximal 15.000 Euro). In der Summe enthalten sind unter anderem fachliche Unterstützung bei Planung und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch die Fortbildung für kommunale Bedienstete: Ein Schwerpunkt von „Natur nah dran“ liegt in der Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kommunen im Umgang mit Wildpflanzen und naturnahen Flächen. So ist die Teilnahme für viele Städte und Gemeinden häufig die Initialzündung, auch nach der Projektlaufzeit weitere Flächen umzugestalten.

Parallel dazu hat der Förderverein „Lebenswerte Stadt Niederstotzingen e.V.“ im Februar diesen Jahres zu einem ersten Austausch mit anderen örtlichen Vereinen und Akteuren, die sich im Bereich Obst- und Gartenbau, der Imkerei, der Landschaftspflege und des Naturschutzes engagieren, eingeladen, um die Möglich- keiten gemeinsamer ehrenamtlicher Teilprojekte auszuloten und ein offenes Angebot für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Niederstotzingen zur Mitwirkung zu schaffen.
Das Projekt „STOTZENBLÜHEN“ soll durch eine Verbindung von Haupt- und Ehrenamt mehr lebendige Natur in die Siedlungskerne Niederstotzingens hineintragen. Wenn das gelingt, dann ist auch noch in 20 Jahren „Leben drin“.