Stadtnachricht

Neues Löschfahrzeug an die Freiwillige Feuerwehr übergeben


Im Rahmen einer Feierstunde übergab Bürgermeister Marcus Bremer der Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug und appellierte an die Stadtgemeinschaft die Einsatzabteilung zu verstärken
 
Stolze 36 Jahre alt ist das Tanklöschfahrzeug (TLF 8/18) der Freiwilligen Feuerwehr, das am Freitagabend feierlich durch ein fabrikneues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) im Gerätehaus am  Place de Bages
ersetzt wurde. „Weil es im Ernstfall keine zweite Chance gibt“. Unter diesem Motto verdeutlichte Herr Bremer die Notwendigkeit der rund 360 000 Euro Investition, die mit 90 000 Euro vom Land bezuschusst wurde. Mit der Beschaffung habe man einen weiteren Wegpunkt erreicht und ein neues Kapitel aufgeschlagen. Weil sich die Anforderungen an die Feuerwehren im Laufe der Zeit stark verändert haben und die in die Jahre gekommene Technik des alten Unimogs nicht mehr zuverlässig funktioniere, habe man sich in Niederstotzingen für ein neues Einsatzfahrzeug entschieden. Bürgermeister Bremer verglich die Feuerwehr von heute, welche sich früher hauptsächlich mit der Bekämpfung von Bränden auseinandersetzen musste, mittlerweile als eine universelle Eingreiftruppe.  Die Vielseitigkeit der Aufgaben in der Gefahrenabwehr heutzutage sei auch die Basis der Ausstattung des neuen Fahrzeuges gewesen, worauf man sich bei der Konzipierung konzentrierte.
 
„Das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug hat neun Sitzplätze, die jedoch im Einsatzfall auch besetzt sein müssen“, so Herr Bremer. Hier verwies er auf das Problem des Personalmangels gerade im Rahmen der Tagesverfügbarkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in Niederstotzingen. Das Feuerwehrwesen sei eine gemeinschaftliche Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger. Jeder müsse sich mit seiner eigenen Sicherheit auseinandersetzen und sich fragen, ob er einen Beitrag als Teil der Einsatzabteilung leisten kann. Die Feuerwehr in Niederstotzingen sei keine „Konserven-Wehr“ mit anonymen Personen. Stattdessen seien es unsere Familienmitglieder, Nachbarn, Kollegen, Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Vereinskameraden, die dann für uns da seien, wenn wir uns selber nicht mehr helfen können. Die Feuerwehr sei keine Angelegenheit von Dritten, keine „One-Man-Show“, sondern gemeinschaftliche Aufgabe der hier lebenden Bevölkerung.
 
Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (CDU) beschrieb in seinen Grußworten die Feuerwehr als einen Pfeiler der Verlässlichkeit und begrüßte die Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeuges.  „In Deutschland engagieren sich eine Million Menschen ehrenamtlich bei der Feuerwehr und sorgen dafür, dass wir nachts ruhig schlafen können“, so Kiesewetter und zollte den Freiwilligen seinen Respekt. Kiesewetter betonte, dass auch den politischen Abgeordneten das Tun der Freiwilligen am Herzen liege und lud eine Abordnung des Kreisfeuerwehrverbandes um den Vorsitzenden Uli Steeger im kommenden Jahr nach Berlin ein. „Wir alle müssen hinter unseren Feuerwehren stehen“.
 
Landtagsabgeordneter Martin Grath (Bündnis 90/Die Grünen) blickte in seiner Rede auf künftige Herausforderung für die Feuerwehren im Bezug auf den Klimawandel. So wurden im vergangenen Jahr viermal so viele Wald- und Wiesenbrände verzeichnet, was es in dieser Form noch nie gab. Umso wichtiger sei es, in neues Equipment für die Feuerwehren zu investieren um künftigen Gefahren erfolgreich zu begegnen.
 
Nach den Grußworten des leitenden Kreisverwaltungsdirektors Georg Feth, segneten Dekan Prof. Dr. Sven van Meegen, Pfarrer Ulrich Erhardt und der Vertreter des neuapostolischen Kirche Ulrich Mäck das neue Einsatzfahrzeug.
 
Kommandant Thomas Walter dankte sowohl der Verwaltung und dem Gemeinderat, als auch allen Beteiligten für das erfolgreich abgeschlossene Projekt und ging auf die technischen Spezifikationen des neuen Fahrzeuges ein. Aufgebaut wurde das Hilfeleistungsgruppenfahrzeug auf einem allradbetriebenen MAN-Fahrgestell durch den Aufbauhersteller Magirus aus Ulm. Das Fahrzeug hat eine eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe sowie einen 1600 Liter fassenden Löschwassertank. Die feuerwehrtechnische Ausrüstung lieferte die Albert Ziegler GmbH und die Firma Barth aus Fellbach. Dank richtete Walter an die ortsansässige Firma Husqvarna/ Gardena, die diverse Gerätschaften für das neue Feuerwehrfahrzeug bereitstellt.
 
Die wohl weiteste Anfahrt zu dem Festakt hatte eine Delegation der Feuerwehr Winterhude aus Hamburg, die eine besondere Freundschaft zu der Niederstotzinger Feuerwehr pflegt und ihren Kameraden zum neuen Fahrzeug gratulierte.

Neues Löschfahrzeug an die Freiwillige Feuerwehr Niederstotzingen übergeben - Foto: Helmut Kircher
Foto: Helmut Kircher