"Es war eine Zeit fragt nicht, vor wieviel tausend Jahren
niemand weiß es – da war ein Meer, wo heute die Schwäbische Alb sich erhebt ."

aus David Friedrich Weinland: Rulaman, 1878

Zeitreise im Zeitraffer

Lonetal: Das lohnende Tal

 vor 35 000 Jahren

Wollhaarige Nashörner, furchteinflößende Höhlenlöwen und riesige Mammuts – die damaligen Menschen lebten Seite an Seite mit ihnen im Lonetal. Gut gewählt war dieser Ort – eisfrei und nahe der Donau. Heute spricht man von dieser Zeit
als dem Anbeginn unserer heutigen menschlichen Kultur.

Das Leben: Erfindungsreich
Aus Afrika kommend folgten Eiszeitjäger dem Lauf der Donau und siedelten für mehrere tausend Jahre auf der Schwäbischen Alb. Ihre Freizeit verbrachten sie am Lagerfeuer. Sie tauschten sich aus, machten Musik und kreierten erste Kunstwerke.

Die Wiederentdeckung

 der Vogelherdhöhle

Der Heimatforscher Hermann Mohn entdeckte die Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen-Stetten o.L. im Jahr
1931 eher zufällig. Er beobachtete einen Dachs, der scheinbar spurlos in der Felswand verschwand

 und erste Grabungen
Der Archäologe Gustav Riek begann noch im selben Jahr mit den Grabungen und entdeckte unter einem Dutzend kleiner Skulpturen auch das Vogelherd-Pferdchen – geschnitzt aus
dem Elfenbein eines Mammuts.

Urzeit Eiszeit Archäopark


Weitere Grabungen der Universität Tübingen

Der Prähistoriker Professor Nicholas J. Conard leitet ab dem Jahr 2005 die Nachgrabung am Vogelherd – allerdings nicht in der Höhle, sondern in den Abraumhalden der Grabung von Gustav Riek. Tausende von Säcken wurden mit Erde befüllt
und anschließend unter einem Wasserstrahl gesiebt, um auch kleinste Teile zu finden.

 „Astreines Aurignacien“
Der Grabungshelfer und Student Markus Schumacher entdeckte bei den Grabungen im Jahr 2006 unter einer Erdkruste das kleine Mammut.

Die kunstvoll geschnitzte kleine Figur ist gerade mal 3,7 cm lang und wiegt auch nur 7,5g. Wissenschaftliche Untersuchungen brachten schließlich die Gewissheit:
Das Mammut stammt aus dem Aurignacien - einer Zeit vor über 32 000 Jahren.

Vitrine mit dem Lonetal Pferdchen


Die Zukunft

 des Lonetals

Nicht nur ein Antrag auf die Anerkennung der Albhöhlen als UNESCO-Weltkulturerbe wurde in Angriff genommen, auch ein großer Archäopark ist in Planung. Der zentrale Höhepunkt der Anlage wäre neben der naturräumlichen Wiederherstellung der Eiszeitlandschaft am Vogelherd die Errichtung einer Präsentation originaler Fundstücke.