Die Entdeckung der Vogelherdhöhle

Vieles was wir heute kennen und manch sensationelle Entdeckung gäbe es ohne den Zufall möglicherweise nicht.

Eine solche zufällige Entdeckung machte der Heidenheimer Reichsbahn-Obersekretär und Heimatforscher Hermann Mohn an einem Maisonntag im Jahr 1931.

Hermann Mohn folgte der Spur eines Dachses als er die Vogelherdhöhle, die damals oberirdisch noch nicht zu erkennen war, entdeckte.

Im Auswurf des Dachsbaues fand Hermann Mohn kleine steinzeitliche Feuersteinstückchen, die der Dachs aus der Erde an die Oberfläche geschaffen hatte.

Hermann Mohn informierte daraufhin den Tübinger Urgeschichtler Gustav Riek über seine Entdeckung. Dieser beschloss daraufhin im Lonetal – bisher unbekanntem Terrain – zu forschen und begann im Juli 1931 mit Geländearbeiten am Vogelherd. Nachdem er durch erste kleine Funde in seinem Vorhaben bestärkt wurde, organisierte Gustav Riek die erste größere Ausgrabung noch im Jahr 1931.

Das von Gustav Riek bei seinen Grabungsarbeiten gefundene „Vogelherdpferdchen“ wird in archäologischen Fachkreisen als Meisterstück des Vogelherds bezeichnet. Durch weitere Funde aus Mammutelfenbein, die mit Ihrem geschätzten Alter von ca. 32.000 Jahren zu den ältesten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte gehören, wurde die Vogelherdhöhle weltberühmt.

Die Vogelherdhöhle ist ca. 40 Meter lang und hat zwei Eingänge, die durch einen kleinen Gang miteinander verbunden sind. Etwas versteckt neben dem Haupteingang der „Großen Vogelherdhöhle“ liegt der Eingang zur „Kleinen Vogelherdhöhle“.

Die Höhle war vor mehr als 30.000 Jahren Rastplatz und Unterstand für die eiszeitlichen Menschen im Lonetal.
Hier könnte die wissenschaftlich und literarisch thematisierte Begegnung zwischen den Menschengruppen „Neandertaler“ und des „Cromagnon“ stattgefunden haben; denn es gibt Funde von „Homo neandertalensis“, dem „alten Europäer“ und „Homo sapiens“, dem modernen Menschen.

Der Tübinger Archäologe Prof. Gustav Riek hat in seinem dokumentarischen Roman „Die Mammutjäger vom Lonetal“ diese Begegnung als kriegerisches Aufeinandertreffen von „Bärentöter“ (alter Mensch) und „Mammutjäger“ (moderner Mensch) geschildert.