Wappen Stotzing

Partnerstadt Stotzing im Burgenland

Geschichte des Ortes

Um 1583 ließ Ruprecht Freiherr von Stotzingen am Nordwesthang des Leithagebirges größere Gebiete urbar machen. Man nimmt an, dass der Freiherr von Stotzingen an der Stelle, an der im Jahr 1271 die Burg Roy mit einer kleinen Siedlung bestanden hat, einen Ort gründete.

Die Mühlen der Behörden malten allerdings langsam so das die Dorfgründung erst ein Jahrzehnt später offiziell bestätigt wurde. Zur Bevölkerung seines Dorfes ließ Ruprecht von Stotzingen Schwaben aus seiner Heimat Württemberg herbeiholen.

Der Ort Stotzing – der noch heute den Namen seines Gründers trägt – wurde auch von den Ortsnamen Niederstotzingen und Oberstotzingen in Baden-Württemberg abgeleitet.

Auf dem Dorfplatz steht heute als Zeugnis für dessen Geschichte am 17.05.1998 neuerrichteter Brunnen mit dem Stotzinger Wappen und einer Gedenktafel zur Erinnerung an die Gründung des Ortes.


Stotzing heute

Der Ort Stotzing hat heute ca. 770 Einwohner und ist aufgrund der idealen Lage am Abhang des Leithagebierges seit seiner Gründerzeit als Weinbaugemeinde geprägt.

Die Errichtung einer ersten Kirche und eines Klosters fand 1594 bis 1610 statt. Der kreisrunde Barockbau war dem hl. Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten in Erinnerung an die von den Türken im Jahr 1529 zerstörte Johanneskapelle (1431) geweiht. 1644 erreichte Freiherr Hans Rudolf von Stotzingen die Gründung einer Pfarre in Stotzing. Nach der Zerstörung durch die Türken im Jahr 1683 lagen Kirche und Kloster bis zum Bau einer neuen Kirche in Trümmern. Die im Zentrum des Erholungsdorfes gelegene heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche mit Klosteranbau ist ein reifer barocker Zentralbau mit einem mächtigen Westturm.

Das „Teufelsloch“ ist eine Höhle im Wald, die am 01.04.1945 für Frauen und Kinder als Zufluchtsstätte vor den Russen diente. 1985 wurde hier ein Gedenkstein errichtet.

Die Buchkogelaussichtswarte ermöglicht einen wunderschönen Ausblick über das Leithagebirge bis zum Neusiedler See. Neben ruhigen Waldwanderungen sind auch Sportangebote und ein reiches Vereinsleben vorhanden. Teile des Gemeindegebietes sind Landschaftsschutzgebiet, in welchem seltene Pflanzen wachsen (Türkenbund, Diptarn, gelbe Adonisröschen, Kuhschelle, Zwergschuftlilien, Trollblume).

Im Jahr 1991 wurde auf dem Platz vor dem Gemeindeamt eine kleine Florianikapelle errichtet und eingeweiht. Die Florianiprozession im Mai führt zur Kapelle.


Stozing und „Stotzingen“ - der Anfang
einer langjährigen Freundschaft


1983 fand in Stotzing die 400-Jahrfeier statt, an welcher auch Baron Fidel Freiherr von Stotzingen, ein Nachkömmling des Gründers des Ortes, als Ehrengast an den Feierlichkeiten teilnahm. Auch von Niederstotzingen nahm an dieser Feierlichkeit eine Abordnung teil. Seit diesem Zeitpunkt  bestehen  freundschaftliche Kontakte zwischen den beiden Gemeinden, die seither eifrig gepflegt werden.

Über die Pfingstfeiertage besuchen mehrere burgenländische Familien ihre Freunde im Schwabenland oder die schwäbischen Freunde fahren nach Stotzing ins Burgenland.

1983 feierte Stotzing das 400-jährige Gründungsjubiläum und dieser scheinbare Widerspruch bedarf einer Erläuterung. Auch dass Magdalena, die Gattin Ruprechts, darauf angeführt wird, hat nichts mit „liberaler Emanzipation“ zu tun, sondern die Freiherrin spielte bei der Gründung des Ortes eine bestimmende Rolle.

Zum Gründungsjahr des Ortes gibt es neue und sachlich gut fundierte Nachforschungen. Die ehemalige Direktorin des Niederösterreichischen Landesarchivs, Hofrat Dr. Silvia Petrin, ist nun bei ihren sehr gewissenhaft recherchierten Nachforschungen auf mehrere Unterlagen gestoßen, welche 1593 als das Gründungsjahr Stotzings historisch belegen.